Peco Drehscheibe

Modifizierung und Antrieb.

 

Die Drehscheibe auf der Anlage am 1. Dezember 2019.

(Das Foto wurde mit einem Handy aufgenommen für eine niedrige Ansicht)

 

Der Bahnhof Filisur hatte schon immer eine Drehscheibe. Die Dampflokomotiven des Typs G 4/5 könnten auch auf der 15-m-Scheibe gedreht werden. Neben der Drehscheibe stand ein kleiner Lokschuppen. Sowohl die Drehscheibe als auch der Lokschuppen sind noch vorhanden und werden immer noch für Dampflokomotiven bei Sonderfahrten verwendet. Der Wasserkran in der Nähe der Drehscheibe funktioniert ebenfalls wieder.

 

Die Situation in Filisur am 27. Juni 2016.

 

Eine Drehscheibe wie in Filisur war im H0m Maßstab erhältlich. Die firma Hapo lieferte dies. Dieser Drehscheibe hatte einen Durchmesser von 18 cm und eine Grube mit Außendurchmesser von 20 cm. Das passte nicht. Ich hatte wenig Platz wegen (unsichtbarer) Bahnstrecken hinter der Drehscheibe. Hapo wollte eine modifizierte Drehscheibe für mich herstellen, aber ich habe zuerst geprüft, ob es eine (billigere) Alternative gibt.

 

So kam ich zu der 15,5-cm-Scheibe von Peco. Mit einer Außenkante von 16,5 cm passte es gut. Der Bemo G 4/5 passte auch genau auf der Scheibe. Diese Plastikscheibe hatte keinen Antrieb und keine Schiene und Räder, auf denen sich die Scheibe dreht. Also ein schönes Projekt, um etwas Schönes daraus zu machen. Die modifizierte Hapo-Scheibe war immer noch möglich.

Die Peco Drehscheibe war bereits für die Maßstab H0m ausgelegt, zumindest das war gut. Die Drehscheibenabdeckung musste jedoch angepasst werden. Es waren auch Räder und ein Antrieb erforderlich, vorzugsweise digital gesteuert. Eine gute Stromversorgung der Schienen auf der Platte war ebenfalls erforderlich. Möglicherweise muss der Plattenteller verriegelt werden.

Foto: Peco

 

Die Peco Stromversorgung funktionierte nicht richtig. Ich habe das angepasst. Ich habe die Drehscheibe mit zwei Messingbahnen und die Brücke mit 2x2 Stromabnehmern ausgestattet. Das funktioniert gut. Die notwendige Polaritätsumkehr der Stromversorgung (nach 180-Grad-Drehung) wird von einer Lenz-Kehrschleifenmodul LK200 gesteuert.

 

 

Die Räder unter der Drehscheibe sind 5-mm-Miniaturkugellager von Conrad, Bestellnummer 222012. Die Lager sind in U-Profil-Teilen aus Messing aufgehängt, die unter die Scheibe geklebt werden. Die Räder laufen auf dem (weißen) Plastik Bahn in der Grube.

 

Die Drehscheibe wird für mich nicht viel drehen. Ich wollte deshalb den einfachste Antrieb. Es wurde bei Conrad gefunden: ein Getriebemotor. Der Motor verfügt über einen eingebauten Zahnradsatz. Der Getriebemotor kann daher direkt auf der Achse der Drehscheibe platziert werden. Sie können dies mit zwei Kreuzkupplungen tun.

Der Motor wird mit einem Lenz 10231 Standard 1A Lok Decoder gesteuert. Bei ausgeschaltetem Start- und Bremsverzögerung und bei V-max = 50 dreht sich die Scheibe langsam und kann an der richtigen Stelle (auf Sicht) angehalten werden.

 

Motor: Modelcraft RB 350600

Kreuzkupplungen: Robbe

 

Während des Tests gab es ein kleines Spiel, sowohl im Getriebe als auch in den Kupplungen. Alles in allem ein kleines Spiel auf der Welle, aber damit ein großes Spiel auf der Außenkante der Drehscheibe. Im gestoppten Zustand konnte der Drehscheibe hin und her bewegt werden. Das ist nicht gut, besonders wenn man die Drehscheibe auf und ab fährt.

 

Ich habe einen Verrieglung aus einem (Holz-)Spieß (!) in einem Messingrohr gemacht. Der Spieß wird mit einem Tortoise Weichenantrieb hin und her geschoben. Die Spitze fällt in ein kreisförmiges Loch im Kopf der Drehscheibebrücke. Das Loch ist etwas kleiner als der Durchmesser des Spießes. Es funktioniert gut. (siehe Foto oben von der Drehscheibegrube)

Der Tortoise weichenantrieb schaltet auch den Drehscheibemotor aus. Der Getriebemotor kann damit im verriegelten Zustand keine Spannung empfangen. Dies verhindert eine unnötige Belastung des Spießes. Der Spieß kann jederzeit gewechselt werden.

Die Drehscheibe kann nach dem Lösen einer Schraube auf dem Kreuzkupplung leicht entfernt werden.

 

Dann das Finish der Scheibenoberfläche. Die Scheibenoberfläche mit den Nieten wurde glatt geschliffen und die nicht zu behalten Nähte wurden mit Vallejo 70.401 Plastic Putty gefüllt. Dann werden 1 mm breite Streifen aus schwarzem Isolierband geschnitten und wie im Vorbild gezeigt aufgebracht. Das Ganze ist zuerst schwarz und dann mit Vallejo 70.875 Beige Brown braun gestrichen. Die erhabene Kante ist aus 0,4 mm Messingplatte geschnitten und mit Vallejo 70883 Silvergrey grau lackiert.

 

 

Die Messingdetails auf der Drehscheibe basieren auf Zeichnungen von Ferro Suisse und Fotos des Originals. Ich habe kein Spezialwerkzeug für kleine Messingteile, die Teile sind oft kleiner als 1 mm. Viele Teile  wurden aus der Pinzette in den Raum "geschossen" und  verschwunden schließlich im Staubsauger. Aber Übung macht den Meister und der Drehscheibe ist da!

 

 

Das Resultat:

 

 

Der Bau der Lokremise hinter der Drehscheibe ist auf dieser Seite beschrieben: Lokremise Filisur