Oberleitung (Draht) eigenbau

 

Oberleitungsdraht aus Bronzefederdraht und schwarzgrün lackiert.

 

 

Im Albulamodell-Forum habe ich wunderschöne Beispiele für selbstgebaute Oberleitung gesehen. Das wollte ich auch versuchen. Beim Scheitern konnte ich immer noch auf Sommerfeldt Profidraht zurückgreifen. Ich wurde von anderen Modellbauer informiert und kaufte Bronzefederdraht von Völklein Modellbau (Weichen-Walter). Für den Fahrdraht 0,3 mm und für die Hängedrähte und das Tragseil 0,2 mm. Das Bronzefederdraht wird auch Phosforbronzedraht genannt. Die technische Qualitätsangabe lautet "CuSn6 Federhard".

Um alles auszuprobieren, wurde zuerst ein Teststück auf dem Arbeitstisch angefertigt:

 

 

Um die dünnen Drähte richtig zu löten, ist neben einer ruhigen Hand und viel Geduld eine feste Oberfläche erforderlich.

Auf der Anlage werden auch Stützpunkte für das Handgelenk (und manchmal für den Arm) benötigt, dazu später mehr.

Zunächst wird der Fahrdraht gespannt. Auf der Anlage zwischen einem festen Punkt auf der einen Seite und einer Feder auf der anderen Seite. Blöcke werden unter den Befestigungspunkten platziert, so dass der Fahrdraht fixiert ist und unter der Seitenhalter verlötet werden kann.

Dann wird eines Brett unter den Fahrdraht gelegt und der Fahrdraht auf das Diele oder auf weißes Papier geklebt. Ich schneide die Hängedrähte im Voraus zu, biege das Oberteil etwas und gebe ihnen einen Fuß von 2 mm. Der Fuß wird auf dem Fahrdraht verlötet. Wenn das beim ersten Mal gut geht, ergibt sich eine ausreichend starke Verbindung. Indem die Hängedrähte die richtige Größe haben, kann das Tragseil durch die Ösen an den Masten und unter den gebogenen Hängedrähten gezogen werden. Die Drahtenden auf dem Foto sind hier noch zu lang. Nur ein paar Millimeter reichen aus und erleichtern das Aufhängen des Tragseils.

 

Auf dem Teststück betrug die Höhe (ohne 4 mm Kork) 69 mm.

Alle Abmessungen werden im Voraus festgelegt.

 

Nach dem löten der Hängedrähte wird das Tragseil gezogen. Dies wird nur sehr leicht gespannt, so dass das Tragseil und die Hängedrähte ausreichend gespannt sind. Das Tragseil darf den Fahrdraht nicht hochziehen.

 

 

Das Teststück ergab ausreichende Ergebnisse um fortzufahren!

 

Ich begann mit den Oberleitungen auf der Rückseite der Anlage. Durch das anschließende Vorwärtsarbeiten störte mich der bereits installierte Oberleitung nicht. Das hintere Gleis war so weit entfernt, dass ein zusätzlicher Tisch erforderlich war, der über dem Bahnhof ​​platziert werden konnte.

  

Der Arbeitstisch ruht auf den Schienen des Bahnhofs und der oben liegenden Strecke. Die Höhe ist flexibel durch Hinzufügen von Brettern.

 

 

 

Diese Arbeitsposition macht es unmöglich, langer Zeit zu arbeiten! Das Löten der dünnen hängenden Drähte erfordert Konzentration und das spürt man, besonders wenn man auch auf einer Treppe stehen muss!

 

Das genaue Spannen und Sichern des Fahrdrahtes ist nicht einfach! Insbesondere die Montage unter Spannung im scharfen Bogen (Radius <50 cm)  erfordert viel Zeit, um sorgfältig zu überlegen und Hilfsdrähte anzubringen. Hier wird auch der Fahrdraht wie bei Sommerfeldt-Fahrdrähten um die Seitenhalter gebogen. Die Seitenkraft ist hier sonst zu groß.

 

Der Fahrdraht ist im scharfen Bogen um die Seitenhalter gebogen.

 

Eine Reißzwecke hält den Fahrdraht in einem sanften Bogen an Ort und Stelle.

 

Abnehmende Höhe für den Tunneleingang.

Der Fahrdraht im Tunnel wird mit einer normalen Feder gespannt.

(Links hinten)

Im Vordergrund die kaum gedehnte Feder des Tragseils.

Tunneloberleitung übernimmt im Tunnel.

 

Nach dem Spannen des Fahrdrahtes muss eine Probefahrt durchgeführt werden. Hierfür wurde ein Stromabnehmer an der Lok angepasst. Die Feder des Stromabnehmers ist so verlängert, dass der Stromabnehmer mit nur geringem Druck geräuschlos gegen den Fahrdraht gleitet.

Insbesondere die seitliche Position des Fahrdrahtes muss insbesondere in scharfen Kurven überprüft werden.

 

Probefahrt unter dem gespannten Fahrdraht.

 

Dann werden Hängedrähte und Tragseil montiert. Als letzte Operation habe ich alle Drähte dunkelgrün gestrichen. Das Bronze spiegelte sich zu stark in den LED-Spots und der Farbunterschied zwischen Bronze und Zinn an den Anschlüssen war zu groß. Die verwendete Farbe: Revell 40 Schwarzgrün.

 

Die 622 mit Zug unter der unbemalten Oberleitung.

Der Oberleitung ist mit Revell 40 Schwarzgrün lackiert.

 

Diese Seite wird später mit Text und Bildern der Oberleitung des Bahnhofs ergänzt.

Jetzt schon einige Bilder während des Baus: