Oberleitung allgemein

(In der Schweiz: Fahrleitung)

 

Dieses Foto von 1990 zeigt den Bahnhof Surava an der Eisenbahnlinie Tiefencastel-Filisur. Hier sehen wir noch viele Teile alter Oberleitungen. Alte Querträger und das zweite Portal auf dem Foto hat rechts noch einen Gittermast. Der Endmast links vom Ausfahrtsignal neben dem ersten Gleis hat ebenfalls eine alte Gitterkonstruktion.

 

Der Bau von Oberleitungen ist eine Studie wert. Es ist auch schwierig, im Maßstab 1:87 zu replizieren. Insbesondere die hauchdünnen Fahrdrähte über dem Gleise können nicht maßstabsgetreu reproduziert werden. Es gibt Modellbauer, die aus Spezialdrähten ziemlich dünne Fahrdrähte herstellen können. Ob ich das kann? Die Fahrdrähte sind die letzten Elemente, die auf der Anlage installiert werden. Vorerst werde ich Materialien von Sommerfeldt verwenden.

 

Entwurf Oberleitung

 

Für den Entwurf ist es gut zu wissen, wie Oberleitung funktioniert. Im Prinzip hängt ein Fahrdraht über jeder Schienenmitte, wo elektrisch angetriebene Fahrzeuge fahren. Der Fahrdraht hat aufgrund der Ausdehnung eine maximale Länge und wird zwischen zwei Punkten gespannt. Aufgrund der Ausdehnung muss die Abspannung flexibel sein. Daher ist auf mindestens einer Seite ein Spannwerk erforderlich. Fahrdrähte werden bei Weichen nicht verbunden oder geteilt.

Die Fahrdrähte sind natürlich gerade zwischen zwei Befestigungen gespannt. Der Fahrdraht ist im Zick-Zack über einer geraden Schiene angeordnet, um den Verschleiß der Stromabnehmer zu begrenzen. Jeder Fahrdraht hat ein Ende und einen Startpunkt. Das bedeutete ausknobeln wie es bei der wirkliche Oberleitung von Filisur aussah.

Unten sehen Sie eine Zeichnung (von AnyRail) des Gleisplans mit den roten Fahrdrähten. Die Pfeile markieren einen flexiblen Endpunkt (Spannwerk). Die Fahrdrähte können nicht nur an den Quertragwerke aufgehängt werden. Manchmal wird auch ein separaten Abzugmast benötigt, beispielsweise bei einer Weiche. Auch in Gleisbogen werden häufig Zwischenmasten für den Bogenabspannung benötigt. (Klicken Sie auf die Zeichnungen für deutlich sichtbare Linien)

 

Die Portale und Mastnummern stammen aus Filisurs ursprünglichem RhB-Plan. Trotz meines verkürzten Gleisplans bleiben alle Portale notwendig.

Auffällig ist, dass die Portale 52-53 und 54-55 weit voneinander entfernt sind. In Wirklichkeit war dieser Abstand sogar noch größer. Mit der Verkürzung des Gleisplans rücken die anderen Portale näher zusammen.

Die Masten mit den Nummern 44, 48, 51 und 56 sind separate Abzugmasten, die zum Ändern der Fahrdrahtrichtung erforderlich sind.

 

 

In der Zeichnung ist zu sehen dass die Masten 44, 51 und 56 den rot gezogenen Fahrdraht an den Punkten halten, an denen er an Weichen ablenken muss. Befindet sich die Weiche unter einem Portal (42-43, 49-50 und 54-55), ist kein zusätzlicher Mast erforderlich. Die Abzugpunkte bestimmen weitgehend die Position der meisten Portale! Umgekehrt habe ich der Weche in Gleis 5 weiter rechts unter Portal 49-50 platziert. Der Fahrdraht muss daher zum Mast 52 und nicht wie in Wirklichkeit zum Mast 49 geführt werden. Ich hätte daher die Weichenverbindung mit der Weiche in Gleis 4 unter Portal 45-46 nach links verschieben sollen. Leider war nicht alles vorgesehen, als der Gleisplan verkürzt wurde ...….

 

Der grüne Fahrdraht auf der Zeichnung ist eine andere Geschichte. Nach der Weiche unter Portal 46-47 wird dieser Fahrdraht nicht mehr benötigt und kann zu einem festen Punkt geführt werden. In Wirklichkeit wurde der Fahrdraht von dieser Weiche über eine von mir weggelassene Weichenverbindung fortgesetzt. Dies bedeutet, dass den Charakteristiken Weichenverbindung für Filisur auch auf meiner Anlage noch im Bild ist. Der Endpunkt 54 mit Spannwerk bleibt dabei wie in der Realität am richtigen Ort!

 

Trennungen in der Oberleitung sind noch nicht in der Zeichnung enthalten. Soweit ich weiß, hat das gesamte Gleisfeld nur einen Stromabschnitt. Teile von Gleis 1 und Teile vor und im Lokschuppen konnten abgeschaltet werden. Zu diesem Zweck werden später Fahrdrahttrennern installiert.

 

Die Masten

 

Ich habe die Portale aus angepassten Sommerfeldt-Portalen Nr. 387 erstellt, siehe Seite Oberleitungsportale.

Fast alle separaten Masten am Bahnhof und entlang der freien Strecke stammen ebenfalls aus dem Sommerfeldt Programm.

Die folgenden Typen wurden verwendet:

 

von links nach rechts:

  • alter Mast aus der Anfangszeit, Modell von Ferro-Suisse.
  • Sommerfeldt Standardmast, ca. vor 1980, Art.-Nr. 380
  • verkürzter Sommerfeldt moderner Mast, nach 1980
  • original Sommerfeldt moderner Mast Art.-Nr. 389

    Viele Masten sind an die Situation angepasst. In der Regel wurde hierfür der Sommerfeldt-Einzelmast Nr. 318 verwendet.

 

Der Sommerfeldt 389 hat einen langen Mast zum Aufhängen von Speiseleitungen. Auf tunnelreichen Abschnitten wird diese Speiseleitung häufig mit getrennten Masten entlang oder über dem Berg geführt. Ich habe beschlossen, keine langen Masten zu installieren.

Ich habe moderne Masten auf der oberen Strecke platziert, ältere Masten werden auf der untere Strecke platziert.

1990 gab es in Filisur zwei Masten aus der Anfangszeit, von denen sich einer auf der Ladestraße befand. Dafür konnte ich einen Ferro-Suisse Mast von jemandem übernehmen. Jos: Danke!

 

Foto vom 28.11.2019. Die Ladestraße musste noch gebaut werden, der alte Mast war schon da.

 

Alle Sommerfeldt-Masten sind mit Gewinde M3 versehen. Ich bohre ein Loch mit einem 3,5-mm-Bohrer in das Holz, auf dem der Mast platziert wird. Dann müssen eine Unterlegscheibe und eine Mutter aufgebracht werden. Dies ist nicht immer einfach, da nicht jeder Mast unten leicht zugänglich ist.

 

Daher sollen die genaue Stellen der Oberleitungsmasten bereits bei der Gestaltung der Anlage berücksichtigt werden.

 

Für die Mutter ist ein 5,5-mm-Schraubenschlüssel erforderlich. Ein Steckschlüsseldreher 5,5 x 125 mm ist dabei manchmal sehr praktisch:

 

Steckschlüsseldreher und Schraubenschlüssel 5,5 mm.

 

Der Schraubenschlüssel kann nicht überall verwendet werden, dann bietet einen  Steckschlüsseldreher die Lösung:

 

Die Oberleitungsmasten sind bereits vor der Installation mit Fussplatten und allen notwendigen Mastschellen für Haltern, Spannwerken und Abzugseile ausgestattet. Für die Abspannung befindet sich hinter jedem Endmast auch ein zusätzlicher Betonsockel.

 

Am Endmast hinter Gleis 1 wurde wie im eigentlichen Filisur eine Lampe angebracht. (angepasster Brawa-Leuchte 5531)

 

Auch bei den unsichtbaren Teilen auf der Anlage sind manchmal Oberleitungen  erforderlich. Wenn die Höhe für einen freistehenden Stromabnehmer zu niedrig ist, wird die Mader Tunneloberleitung verwendet. Siehe die Seite Mader Tunneloberleitung.

 

Ich habe noch keine endgültige Entscheidung bezüglich der Fahrdrähte getroffen. Ich gehe vorerst von Sommerfeldt Profi-Fahrdraht aus. Fortsetzung folgt!