Hotel Grischuna

Modifizierter Bausatz Pirovino (CH). (nicht mehr lieferbar)

 

 

Das Hotel Grischuna befindet sich in Filisur am Bahnhofplatz am östlichen Ende des Bahnhofs. Das ursprüngliche Hotel Bahnhof wurde mehrfach renoviert und erweitert. Daher kein schönes Gebäude, aber sehr bildprägend. Ich konnte es auf meiner Anlage nicht verpassen. Ich habe das Hotel wie in 1990 gebaut, bevor es in 1993 grundlegend umgebaut wurde.

Der Schweizer Zulieferer Pirovino lieferte dem Hotel als einen lasergeschnittenen Bausatz. Nach dem Bau des Bahnhofsgebäudes vom selben Lieferanten war mir der Kauf dieses Modells bereits klar. Die Teile des Hotels waren jedoch nicht alle mit denen des Bahnhofsgebäudes vergleichbar. Wenn die Dachkonstruktion des Bahnhofsgebäudes noch aus gelasertem Holz bestand, wurde dickeres MDF an das Hotel geliefert. Die Zinkdachplatten bestanden aus Pappe und nicht aus Messing. Für die Dachziegel waren Kibri-Kunststoffplatten enthalten. Ich war sehr enttäuscht.

Ein echter Wermutstropfen waren Fehler in der Laserarbeit und eine Reihe von nicht angebrachten Teilen. Pirovino hat den Hersteller LaserSachen neue Teile schicken lassen. Bei dieser anschließenden Lieferung schien das Ersatzmaterial wieder dicker zu sein. Eine Folge der Modellentwicklung, hieß es. Es wurden auch Fenster hinzugefügt, die nicht im Originalmodell enthalten waren. Das Handbuch zeigte sogar Bilder einer noch früheren Version. Das machte das Bauen nicht einfacher und der Zeitaufwand für die Forschung wurde größer als der für den Bau selbst.

 

Wenn der Bau abgeschlossen ist, wissen Sie immer genau, wie etwas am besten gebaut werden könnte. Es war eine ziemliche Aufgabe, den Fensterrahmen aus 0,15 mm (!) Karton genau gerade in die gleiche Höhe zu kleben. Im Gegensatz zu dem, was im Handbuch angegeben ist, hätte ich zuerst die Fensterbänke kleben mussen und den Rahmen darauf platzieren sollen.

Das Fachwerk bestand aus Streifen aus 0,4 mm dickem Sperrholz, die nach einem Nummerierungsplan in die Fassade geklebt wurden.

 

Ich klebe mit verdünntem Holzleim. Die Anwendung erfolgt mit einem Pinsel und ist nach dem Trocknen nicht sichtbar. Nicht einmal unter dem extrem dünnen Karton.

 

Verschiedener Teile der Wände des Hotels mussten vor dem Zusammenbau  weiß gestrichen werden. Ich hasse es zu sprühen. Für eine ebene Fläche bevorzuge ich die Minirollen. Das Ergebnis ist ebenso schön. Aber das Weiß bleibt empfindlich gegen schmutzige Finger! Und gelasertes Holz hat Rußkanten ........ Schleifen Sie also alle Teile vor der Montage sauber!

Das richtige Farbschema erforderte auch viel Forschung. Der Bausatz enthielt rote Fensterläden, genau wie in der Realität nach dem Umbau im Jahr 1993. 1990 waren die Fensterläden jedoch dunkelbraun. Davor noch eine Weile grün. Von 1990 waren nicht viele Fotos verfügbar. Aber gerade genug, um die richtigen Farben zu bestimmen.

 

In der Zeit vor 1993 waren die graue Zierstreifen an der weißen Fassade nicht mehr immer grau. Die wurden überstrichen, wenn die Fassaden ein neuer Schicht Weiß bekamen. Auf alten Fotos sieht man es immer noch vage, manchmal auch unter einer abblätternden weißen Schicht. So etwas musste dem Modell hinzugefügt werden. Die Buchstaben "Hotel Grischuna" an der Westfassade waren jedoch immer gut lesbar.

 

Alle Fenster bestanden aus fünf Schichten, einer Schicht Fenster "Glas" und vier Schichten Rahmenholz, zwei Schichten auf beiden Seiten des Glases. Glücklicherweise wurden die Fenster normalerweise pro Fassade gruppiert. Die Schichtdicke betrug 0,4 mm, einige Stäbe waren nicht breiter als 0,2 mm! Berühren bedeutete Biegen ....

 

Oben: fünf Schichten.

Unten rechts: zwei Schichten zusammengeklebt.

Mit der Folie dazwischen eine Packung mit fünf Schichten.

 

Genau zusammenzuhalten ist hier extrem wichtig!

Fenster ausschneiden, ohne Schaden zu verursachen. Lupenarbeit!

 

Der nächste Schritt bestand darin, die Rahmen in der Fassadenwand zu platzieren. Ich erinnere mich vom Bau des Bahnhofsgebäudes, dass dies eine schwierige Aufgabe ist. Die Rahmen fügen sich nahtlos in das MDF ein, aber jede Abweichung verursachte Verdrehungen und damit Schäden am empfindlichen Holz.

Aber diesmal war es nicht so schlimm! Die meisten saugten in die Öffnung. Nur wenige brauchten etwas Beschneiden. Bis auf ein Fenster:

 

Das rechte Fenster in der unteren Reihe musste kleiner sein .....

... also Schreinerarbeiten in 1:87!

Ein Fehler in der Laserarbeit. Das rechteste der vier Fenster im "Anbau" musste 1,5 mm kleiner sein als die anderen drei. Und das war nicht im Rahmenholz enthalten. Zum Glück konnte ich ein bisschen herauszuschneiden. Die eingeklebte Folie ergab hier eine ausreichende Stabilität.

 

Es könnte noch kleiner sein: nur 4 mm hoch!

Und ich habe es auch unbeschädigt einbauen können .....

 

Dann die Fensterläden. Sie wurden aus rotem Karton gelasert. Alte Fotos zeigen, dass sie braun sein müssen. Ich habe noch kein Foto von vor 1993 mit roten Fensterläden gesehen! Die Luken werden einzeln geschnitten, geschliffen und gestrichen.

  

Fensterläden: Vallejo 871 "Leder braun"

Nur auf einem Makrofoto kann man sehen, wo etwas verbessert werden muss.

 

Ich hatte im Schweizer Albulamodell-Forum eine Anfrage nach Fotos von vor 1993 gestellt, also vor das Hotel renoviert wurde. Ein Deutscher gab mir eine ganze Reihe von Bildern aus der Zeit von 1987 bis 1989. Sehr willkommen. Nochmals vielen Dank an Norbert!

Die Fotos zeigten, dass die Realität im Detail anders aussah als das Modell aus dem Bausatz. Das Farbschema war am auffälligsten. Ich hatte bereits die roten Fensterläden gebräunt und das Holz, das noch auf das Dach aufgetragen werden muss, wird braun und nicht grau. Aber es gab noch mehr. Fenster hatten eine andere Größe oder der Fensterkonstruktion war anders. Sehen Sie die erste Fensterreihe oben der Straße auf den Bilder. Das Nebengebäude, das Fachwerkhaus, hatte Fenster ohne Fensterrahmen. Fensterläden wurden auch anders montiert. Ich habe das geändert. Vor allem hatten einige Fenster im Hauptgebäude der Südfassade keinen Fensterrahmen und andere einen weißen Rahmen. Es gab auch noch graue Fensterbänke und graue Rollladenkasten. Es war wie ein Spiel "Finde die 7 Unterschiede".

 

Finde die Unterschiede .... (linke Fotos: N. Mai)

Auf dem Modell unter dem Balkon: Zu großer Abstand zwischen den Fenstern. Im Modell kam der Fallrohr über der Tür heraus ....

 

Dann das Dach. Das war ganz anders als in der Realität. Aber zuerst etwas über die Rinne am Zinkdach: Die Rinne befand sich im Holzwerk. Dafür musste ich die Pappdachplatten zuschneiden und die Sparren einstellen.

 

Dies zeigte das Handbuch ...

... und so sollte es auch sein: in das Holzwerk gegossen.

 

Die nächste Herausforderung war der Fallrohr. Enthalten waren 1,2 mm Metallstangen. Das entsprach im wirklichen Leben einem 110-mm-Rohr. Diesmal wollte ich die Klammern simulieren, mit denen ein Fallrohr an der Wand befestigt ist. Ich hatte keine sehr dünnen Messingstreifen. Ich habe es mit dünnem Klebeband versucht und Streifen davon in einer Breite von 0,4 mm geschnitten. Bilder zeigten, dass die Klammern 2 m entfernt waren. In 1:87 wurden dies 22,8 mm. Sehen Sie hier die Methode und das Ergebnis:

 

Isolierband auf 0,4 mm abschneiden.

Die Streifen im richtigen Abstand auf das Rohr kleben.

Die Rückseite zusammen drücken und mit einem Tropfen Sekundenkleber fixieren. Den Überschuss abschneiden, den Fallrohr streichen und mit Sekundenkleber an die Wand kleben.

 

 

 

Zu dieser Zeit war dies wirklich meine Grenze in 1:87 ......

 

Das Dach war auch ein großes Projekt für mich. Das Pirovino-Modell enthielt Kunststoffdachplatten von Kibri. Dies sind keine Schweizer Dachziegel wie in der Realität. Ich wollte absolut die gleiche Dachkonstruktion wie im Bahnhofsgebäude, ich fand die Plastik-Kibri-Dachziegel ein Spott!

Nach Rücksprache gab mir Pirovino einen Stapel Gipsdachplatten. Dies waren Dachplatten für das Bahnhofsgebäude. Diese dünnen Gipsplatten können nicht ohne Bruchgefahr eingestellt werden. Ein bisschen zu viel Druck auf ein solches Bild und es ist: Pats! Ich bestellte 1 mm Sperrholz, auf der die Gipsplatten geklebt wurden. Diese Form von "verstärktem" Gips wurde auch im Bahnhofsgebäude verwendet. Die Nachahmung der Latten an der Unterseite des Sperrholzes wurde von einem guten Freund aus Varsseveld gelasert, danke Ronald!

Die Kibri Dachziegel und das Schweizer "Herzziegel" aus Gips.

Messen, ...

... auf dem Untergrund kleben und dann zuschneiden ...

... und passen.

 

Nach dem Einbau in das Gebäude wurden die Gips-Holzteile verklebt. Und das hat mich ziemlich stickig gemacht! Im Bahnhofsgebäude hatte ich verdünnte Vallejo-Farbe 70.910 Orangerot verwendet. Nach einem Jahr im geöffneten Dose stellte sich heraus, dass es etwas dicker war als beim Bau des Bahnhofsgebäudes. Trotz Verdünnung wurde das Dach zu rot. Für einen Moment dachte ich, das ganze Projekt wäre umsonst gewesen. Nachbehandlung mit Vallejo 70.834 Natural Woodgrain, das ebenfalls verdünnt wurde, ergab eine akzeptable Lösung. Die Farbe wurde die gleiche wie die Farbe auf dem Bahnhofsgebäude. Pffff ..... Nach einem Wash mit Vallejo 76.519 Olive Green waren die Platten zum Verkleben bereit. Dies zeigte die Stärke der Sandwichkonstruktion: Eine Platte war etwas gebogen, konnte aber leicht zurück gebogen werden, ohne das Gips zu brechen!

 

 

Und so wurde das Dach ein Erfolg. Die Dachrinnenkonstruktion des "Blechdach" ist ebenfalls mit einem Abschlussstreifen versehen: einem Winkelprofil von 0,6 x 1,0 mm. Es ist an der Grenze meines Fingerspitzengefühls, aber es hat funktioniert. Das hat wieder Spaß gemacht und so weiter zum "next Level"!

Außerdem wurden Schornsteine ​​aufgestellt die, anders werden mussen als Pirovino erfunden hat. Dann die Fallrohre und die verschiedenen Zäune entlang der Balkone. Ich habe auch Rolladenkasten an den Fenstern auf der Talseite gesehen, die ultimative Detaillierung?

 

Danach wurde das Modell in der Sonne gesetzt!

(Alle Fotos sind anklickbar)

 

Oben: der Rinne mit einem Winkelprofil von 0,6 x 1 mm (!)

 

Rechts: Birke von MBR, Zaun und Steinmauer von Swiss Model Rail.

 

 

Nach einer Bauzeit von 3 Monaten (!) hatte meine Modellbahn wieder einen Blickfang. Die Investition hat sich gelohnt.