Bahnhofsgebäude Filisur

Modifizierter Bausatz von Pirovino (CH) Artikel-Nr. 843 600

 

Das Vorbild (vor dem Umbau im Jahr 2004), Foto René Kokert

 

Das Bild des Bahnhofsbereichs in Filisur wird maßgeblich von drei markanten Gebäuden und einer Reihe von Baumen entlang der Bahnhofstraße bestimmt. Ich wollte die Atmosphäre von Filisur auf meiner Modelleisenbahn erleben. Diese Elemente mussten daher zu einem Blickfang in meiner Anlage werden. Die Gebäude waren als Bausatz bei der Schweizer Firma Pirovino erhältlich.

Ein Jahr nach Baubeginn der Modelleisenbahn wagte ich den Sprung: Kauf des Bahnhofsgebäudes Filisur (vor 2004).

Der Bausatz enthielt viele, viele kleine Teile, die in einer festen Reihenfolge sorgfältig geklebt werden mussten. Vor allem nicht in Eile und immer wieder anschauen und denken! Die zu montierenden Fenster hatten ein sehr feines Design. Das Bauen eines Fensters aus fünf Schichten dünnen Materials erfordert nicht nur eine ruhige Hand, sondern vor allem viel Zeit und Ruhe.

Ein Nachteil war das begrenzte Handbuch. Nur die Hauptlinien wurden mit einigen Vorbildbildern angegeben. Ich muss zugeben, das Wesentliche war da, aber ich war mehr mit dem Überprüfen und Herausfinden als mit dem Zusammenbauen beschäftigt.

Außerdem war das Modell an einigen Stellen falsch und musste daher angepasst werden.

Zum Beispiel war der "Postanbau", der vordere Teil auf dieser Foto, viel zu breit. Der Teil rechts vom vertikalen Balken in der Endfassade war gar nicht da! Das Dach des Hauptgebäudes war ebenfalls falsch, es ragte zu weit über die Strecke.

Und im Flachdach des Nebengebäudes befand sich eine Staffelung, die nicht im Modell enthalten war.

Ich muss mich bei Thomas Frei für seine Kommentare im Albulamodell-Forum bedanken. Er hat auf diese Fehler hingewiesen und mir Bilder des Vorbilds zur Verfügung gestellt. Ich habe auch Viel Datei von Bernhard Stähelin erhalten. Das Modell ist erst durch diesen aufmerksamen Schweizer Modellbauern Vorbildgerecht geworden. Mit Dank!

 

Zwei Wochen später bekamen die Wänden etwas Farbe. Die meisten Teile mussten vor der Montage lackiert werden. Nur die schuppige Verkleidung striche ich erst nach anbringen an. Auf der Bahneite (nach Norden ausgerichtet) war die Verkleidung viel leichter geblieben.

 

Die Farbe des Holzes wird erhalten, indem es mit Vallero 70834 "natural woodgrain" und einer verdünnten Wash mit Vallero 76506 "Rust" gestrichen wird.

 

Wochenlang nur ein Gebäude bauen. Ich hatte nicht erwartet, dass dieser Job so viel Spaß macht. Es war bizarr, Details so zu bearbeiten, dass sie nur unter einer Lupe oder mit einer Kamera im Makromodus sichtbar wurden. Ich habe die Fortschritte in meinem Blog und im Albulamodell-Forum veröffentlicht und die Antworten darauf haben mich sehr motiviert, weiterzumachen.

Es hat sehr viel Spaß gemacht, Anweisungen von Schweizer Modellbauern zu bekommen!

Bei dieser Modellkonstruktion wurden die Grenzen erneut überschritten. Nicht nur im übertragenen, sondern auch im wörtlichen Sinne!

 

Die Teile von Fenstern und Türen waren manchmal nur 0,2 mm dick ..... Das war Lupenarbeit! Liesbeth hat ein Foto davon gemacht.

 

Der schönste Job war das Dach zu machen. Schade, dass dieses Bild nach dem Einbau des Daches nicht mehr sichtbar ist. Es seiht aus wie den wirklichen Bau!

Dies war auch eine Phase, in der das Innere des Gebäude berücksichtigt werden musste. Ich habe keinen Innenraum installiert. Das hätte viel mehr Zeit und viel Forschung gekostet. Ohne Innenbeleuchtung werden Sie das auch nicht sehen. Ich habe es nicht bereut. Aber vorhänge kamen!

Ich habe Außenbeleuchtung installiert. Dafür habe ich Viessmann-Leuchten 6337 (Leuchtstoffröhre) verwendet. Die Kabelverbindungen mussten in das Dach eingearbeitet werden. Auch beim "Postanbau" und das gab die notwendigen Anpassungen unter dem Flachdach.

Das Dach des Hauptgebäudes hat die typischen Schweizer Dachziegel (Herzziegel). Das Dach besteht aus Gips und ist sehr bruchempfindlich. Indem Sie das Dach vor der Montage auf das Furniersubstrat kleben, können Sie damit alles tun, sogar sägen.

Die Rinnenkante wurde zunächst zwischen gips und Furnier geklebt.

Das Dach wurde mit einem verdünnten Vallejo 70910 "orangerot" gestrichen und dann mit Vallejo Wash 76.519 "olivgrün" verwittert.

Das Furnier mit einer Simulation von Latten an der Unterseite des Daches erhielt erneut die bereits erwähnte Vallejo 70.834 "natural woodgrain".

Der "Postanbau" hat ein Flachdach mit Messingstreifen im Bausatz. Eine Kante dieses Streifens musste gebogen werden. Dadurch entstanden die charakteristischen Blechkanten auf dem Dach. Ich habe das in einem kleinen Schraubstock von Proxxon gebogen. Das hat die Erwartungen weit übertroffen. Einige Platten mussten auch gekürzt werden.

 

Das Malen wurde hier mit einem Mini-Farbroller gemacht.

Die Farben: Vallejo 70.989 "Himmelgrau", ein wenig 70.990 "Hellgrau" und etwas Koemo Rostbraun.

(Ich hatte ein Foto von einem Stück Hoteldach als Vorbild ... ...)

 

 

Dann einige Bilder des Modells auf dem Layout, neben Fotos des Vorbilds. Die Fotos des Vorbilds stammen von René Kokert.

 

 

 

Nach zwei Monaten Bauzeit blieb die Anwendung von Details (nicht enthalten) übrig. Wieder konnte ich nicht auf Vorbildfotos verzichten. Diese waren schwer zu finden. In meinem Modelljahr 1990 gab es noch keine digitale Fotografie. Die vielen Bilder, die gemacht wurden, werden oft nicht ins Internet gestellt. Ich habe selbst Züge fotografiert, keine Gebäude. Ich hätte nie gedacht, dass ich das alles bauen würde .....

 

Abfallkorb, Modell 1990: Pirovino.

Getränkeautomat, grau: Pirovino

Tisch mit Hockern: Eigenbau. Ein Hocker ist nur 5 mm hoch!

Billetautomat, Modell 1990: Swiss Model Rail

Banken: Eigenbau

Die Tafeln mit Fahrplan waren im Bausatzt enthalten.

 

Mit dem Bau dieses ersten lasergeschnittenen Modells habe ich meine Grenzen bereits überschritten. Der Bau des Hotels Grischuna würde noch weiter gehen. Mehr dazu auf der Seite Hotel Grischuna.